Schirmfrau
Dr. Inge von Bönninghausen
Grußwort
Seit zwanzig Jahren gibt es die „Lobby für Mädchen – Mädchenhaus
Köln“ und von Anfang an habe ich sie begleitet und unterstützt. Mich
beeindruckt immer wieder, wie empathisch und konsequent die Arbeit in
der Beratungsstelle orientiert ist an den Stärken jedes einzelnen
Mädchens und jeder jungen Frau. Oft dauert es eine ganze Weile, bis
hinter Schulsorgen oder Streitigkeiten tiefe Wunden sichtbar werden.
Viele Mädchen erleben zuhause physische Gewalt und ebenso viele
ständig stichelnde Verletzungen ihres Selbstwertgefühls. Häufig liegt
hier die Ursache für Essstörungen. Jeder Schritt aus einer
unerträglichen Situation hinaus ist eine Mutprobe. Dass sie sich auf
einem schwierigen Weg in die Eigenverantwortung auf zuverlässige
starke Frauen stützen können, ist der Kern feministischer Mädchenarbeit.
Zur Lobby gehört auch den Interkulturellen Mädchentreff in Köln-
Mülheim. Jeden Nachmittag kommen Mädchen zwischen zehn und achtzehn
Jahre, deren Eltern aus bis zu neun verschiedenen Ländern stammen.
Sie können an Projekten wie „Körperkultur“, „Hip Hop“ oder
„Mädchenzeitung“ teilnehmen, im Computerraum chatten, können
quatschen und tanzen. Bei der Hausaufgabenhilfe erlebe ich mit, wie
ernsthaft und lustig, lernwillig und kritisch sie ihren Weg suchen.
Wenn auch weit voneinander entfernt und unter sehr, sehr
unterschiedlichen Bedingungen, werden die Kinder in Burundi und die
Mädchen in Köln in wenigen Jahren Erwachsene mit Verantwortung sein.
Unsere Verantwortung ist es, sie jetzt zu fördern und zu unterstützen.
Ich wünsche allen Gästen eine sprühende Gala und danke den
Künstlerinnen für ihre Begeisterung zugunsten der Lobby für Mädchen.